Zocken mit der Demokratie: So viel bringt eine Wette auf Merz als nächsten Kanzler

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Damit überträgt die CFTC bet tipico sportwetten bundesliga die kapitalmarktrechtliche Marktmissbrauchslogik auf Prognosemärkte. Aus rechtsökonomischer Sicht mag dies überzeugend sein, denn auch hier wird ein Informationsvorsprung gegenüber dem Markt ausgenutzt. Geht man aber einen Schritt zurück, stellt sich zunächst die Frage, was eine Wette auf den Machtverlust Maduros überhaupt mit commodities, also Handelswaren, zu tun haben soll.

  • Kompetenzstreit zwischen Bundesländern und dem Bund
  • Rolle der Glücksspielaufsichtsbehörde (GGL) in der Umsetzung
  • Lobbyismus von Wettanbietern gegenüber Parlamentariern
  • Politische Positionen der Parteien zur Liberalisierung des Marktes
  • Internationale Abkommen zur Bekämpfung illegaler Anbieter
  • Datenschutz bei der Benutzerverifikation

Bei commodities denkt man eher an Öl, Weizen oder Gold.

Regulatorische Unsicherheit und Ausweitung auf Sport und Medien

Informationsmissbrauch wird dann nicht nur zum Marktmissbrauchsproblem, sondern auch zu einem möglichen Informationsleck. Der Markt kann militärische oder politische Pläne probabilistisch offenlegen, bevor sie offiziell bekannt werden. Rechtlich ist die Einordnung solcher Märkte in den USA umstritten. Polymarket wurde 2022 von der Commodity bet tipico live wetten tipps Futures Trading Commission (CFTC) mit einer Geldstrafe von 1,4 Millionen US-Dollar belegt, weil die Plattform als nicht registrierter Derivatemarkt tätig gewesen sein soll. Für US-Nutzer war Polymarket anschließend offiziell nicht mehr verfügbar.

Wetten rund um Donald Trump sind beliebt

Zwar hat die Plattform inzwischen US-regulierte Unternehmen erworben; vollständig als regulierter US-Prognosemarkt etabliert ist sie bislang aber nicht. Kalshi ist dagegen als Designated Contract Market bei der CFTC registriert. Die dort angebotenen Event Contracts unterliegen deshalb den Regeln der CFTC zur Bekämpfung von Betrug, Manipulation und Marktmissbrauch. Der Fall Van Dyke zeigt allerdings, dass die fehlende Registrierung von Polymarket und dessen Handel auf einer Blockchain nicht zwingend vor der US-Aufsicht schützt. Bemerkenswert ist, dass die US-Behörden den Fall Van Dyke nicht nur als Geheimnisverrat oder Betrug, sondern ausdrücklich als einen Fall von Insiderhandel einordnen. Die Antwort liegt in der weiten Entwicklung des US-Terminmarktrechts.

  • Positionierung der Kirchen gegen Glücksspielwerbung
  • Bundesverfassungsgerichtsurteile zur Wettfreiheit
  • Transparenzpflichten für Werbepartnerschaften mit Influencern
  • Regionale Unterschiede in der Lizenzpraxis der Bundesländer
  • Diskussion um Sperrsysteme für problematische Spieler

Die CFTC beaufsichtigt längst nicht mehr nur klassische Rohstofftermingeschäfte, sondern auch Derivate auf finanzielle Referenzwerte und sogenannte "event contracts". Solche können nach dem Commodity Exchange Act als "swaps" eingeordnet werden. Der Begriff ist weit gefasst und erfasst auch Vereinbarungen, deren Auszahlung vom Eintritt oder Nichteintritt eines künftigen Ereignisses mit potenziellen finanziellen, wirtschaftlichen oder kommerziellen Folgen abhängt.

Retten, wetten – und kein Ende

Bei Insiderhandel denkt man vorrangig an den Kauf oder Verkauf von "securities", also Wertpapieren. Die meisten Kontrakte auf Prognosemärkten beziehen sich jedoch nicht auf Wertpapiere, sondern auf tatsächliche Ereignisse. Sie als securities einzuordnen, dürfte schwierig sein. Die CFTC hat daher im Februar 2026 in einer sogenannten Prediction Markets Advisory klargestellt, dass sie den Missbrauch vertraulicher Informationen auf Prognosemärkten als möglichen Verstoß gegen Section 6(c)(1) des Commodity Exchange Act und Regulation 180.1 ansieht. Danach kann es unzulässig sein, auf Grundlage wesentlicher, nicht öffentlicher Informationen zu handeln, wenn diese Informationen unter Verletzung einer bestehenden Treue- oder Vertrauenspflicht erlangt oder verwendet wurden. Der Kontrakt auf seinen Machtverlust wird vielmehr als Derivat auf ein künftiges Ereignis behandelt. Diese Einordnung ist funktional nachvollziehbar, aber nicht selbstverständlich.

  • Regulierung von Online-Wetten auf Bundesebene in Deutschland
  • Steuereinnahmen aus Glücksspiel als staatliche Finanzierungsquelle
  • Lizenzvergabe an private Anbieter durch die Landesmedienanstalten
  • Diskussion um Werbeverbote für Sportwetten im öffentlichen Raum
  • Politische Debatte über den Schutz vor Spielsucht
  • Einfluss der EU auf nationales Glücksspielrecht

Sie zeigt, wie stark das US-Recht den Begriff des commodity-Derivats ausgedehnt hat.

Zwei Millionen Menschen in den USA sind spielsüchtig

Tatsächlich zeigt der Fall aber ein Problem, das mit dem Wachstum von Prediction Markets immer drängender wird: Wenn auf nahezu jedes künftige Ereignis gewettet werden kann, entstehen überall dort besondere Missbrauchsrisiken, wo einzelne Personen über nicht öffentliche Informationen verfügen oder sogar Einfluss auf das Ereignis selbst nehmen können. Prediction Markets sind Märkte, auf denen Nutzer Geld auf den Eintritt oder Nichteintritt bestimmter Ereignisse setzen können. Die Kontrakte sind häufig binär ausgestaltet: Tritt das Ereignis ein, zahlt der Kontrakt einen bestimmten Betrag aus; tritt es nicht ein, verfällt er. Gewettet wird insbesondere auf Sportereignisse, den Ausgang von Wahlen, geopolitische Entwicklungen oder auch Promi-News. So sollen im Vorfeld eines militärischen Angriffs auf den Iran mehrere neu erstellte Polymarket-Konten erhebliche Gewinne erzielt haben, indem sie bei der Frage, ob die USA den Iran an diesem Tag angreifen würden, auf "Ja" setzten.

Warum bei Tipico wetten?

Die Wetten können aber auch deutlich banalere Ereignisse betreffen, etwa wann Taylor Swift ihre Verlobung mit Travis Kelce bekannt geben würde. Plattformen wie Polymarket und Kalshi verstehen sich nicht bloß als Wettanbieter, sondern als Märkte zur Informationsaggregation. Die Preise der Kontrakte sollen die kollektive Einschätzung der Marktteilnehmer abbilden und damit Rückschlüsse auf die Wahrscheinlichkeit künftiger Ereignisse ermöglichen. Gerade darin liegt aber auch die Brisanz: Wenn Prognosemärkte Informationen in Preisen bündeln, können sie auch geheime Informationen sichtbar machen. Steigt kurz vor einer militärischen Operation plötzlich die Wahrscheinlichkeit eines entsprechenden Ereignisses auf Polymarket, kann dies bloße Spekulation sein oder aber ein Hinweis darauf, dass jemand mit nicht öffentlichen Informationen handelt. In Deutschland wäre die rechtliche Ausgangslage anders.

Unterschied zwischen Prognosemarkt, Börse und Glücksspiel

Polymarket reagierte mit einer Nachricht auf X und verurteilte die Drohungen. Man habe die Konten der Beteiligten gesperrt. Die Plattform Polymarket steht seit Längerem in Kritik - nicht nur wegen Wetten auf Krieg und Krisen, sondern auch weil sie nach Ansicht von Experten anfällig für Insider-Deals ist. Personen, die in Behörden oder Unternehmen arbeiten, können dort ihr exklusives Wissen zu Geld machen. Das ist zwar in vielen Ländern, auch in Deutschland illegal, aber unter der Trump-Administration haben die USA viele staatliche Aufsichtsbehörden personell geschwächt.

Erfundene Gerüchte über Israels Premier:Nein, Netanjahu wurde nicht bei einem Raketenangriff getötet

über seine Investmentfirma 1789 Capital selbst an Polymarket beteiligt und sitzt in einem Beratergremium des Unternehmens. Die Militäroperation hat sich zu einem Krieg ausgeweitet, den US-Präsident Trump gemeinsam mit Israel begonnen hat – entgegen seinem Versprechen, keine neuen Konflikte zu führen. In den USA wächst die Kritik: Eine Mehrheit der US-Amerikaner lehnt den Krieg ab. In den vergangenen Monaten hatten US-Medien mehrfach über auffällige große Wetteinsätze kurz vor Aktionen der Trump-Administration berichtet - etwa die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro oder nun jüngst der Angriff auf Iran. Gesicherte Belege, dass Trump-Insider solche Wetten abgeschlossen haben, gibt es bislang nicht. Plattformen wie Polymarket oder Kalshi würden jedenfalls bei Wetten auf politische, militärische oder gesellschaftliche Ereignisse nicht ohne Weiteres als regulierte Finanzmärkte behandelt.

Partei Grundposition Konkrete Forderungen Bewertung des GlüStV 2021
CDU/CSU Regulierung statt Verbot Starker Spielerschutz, Werbebeschränkungen Notwendiger Schritt, Umsetzung kritisch
SPD Strikte Kontrolle, Prävention Obergrenzen für Einsätze, Verbot von Kreditwetten Zu lasch, mehr staatliche Kontrolle nötig
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Restriktiv, präventiv Komplettwerbeverbot, Einheitslizenz für alle Anbieter Weiterer Reformbedarf
FDP Liberalisierung, Marktwettbewerb Mehr Marktöffnung, weniger bürokratische Hürden Zu restriktiv, behindert legale Anbieter

Nach dem Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) sind öffentliche Glücksspiele erlaubnispflichtig.

Digitale Welt440 000 Dollar für den Sturz Maduros

Polymarket hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, sich an alle geltenden gesetzlichen Regelungen zu halten. In Israel wurde im bet wettanbieter test Februar bereits ein Militärangehöriger wegen der Nutzung geheimer Informationen bei Polymarket-Wetten angeklagt. Militäreinsatz an der Straße von Hormus:Wegen Iran: Trump poltert gegen Deutschland und die Natomit Video2:32 FaktencheckErfundene Gerüchte über Israels Premier:Nein, Netanjahu wurde nicht bei einem Raketenangriff getötetvon Nils Metzger und Jan Schneidermit Video2:06 Chef des iranischen Sicherheitsrats:Iranischer Funktionär Laridschani von Israel getötetmit Video1:52 InterviewIran-Krieg:Experte zur Straße von Hormus: Deutsche Hilfe "wäre richtig"mit Video6:18 Neulich habe ich um 200 Euro gewettet, dass Deutschland nach der Bundestagswahl eine schwarz-blaue Regierung bekommt. 200 Euro sitzen bei mir weder locker noch wünsche oder glaube ich, dass die CDU mit der AfD koalieren wird. Doch die Wette tut mir gut, ich habe endlich wieder skin in the game.

Militäreinsatz an der Straße von Hormus:Wegen Iran: Trump poltert gegen Deutschland und die Nato

Eigentlich sollte ich also wollen, dass die AfD mitregiert, es geht ja nun für mich um viel Geld. Nur hat die Wette einen anderen Zweck: Ich setze auf das Schlimmste, um mir selbst die Angst davor zu nehmen. Ich blicke der Wahrscheinlichkeit, dass es kommt, wie ich nicht will, so sehr ins Auge, dass die Zukunft ihre Fürchterlichkeit verliert. Ich kann sie jetzt ja kontrollieren, irgendwie, weil ich zumindest Geld drauf gesetzt habe. Ein US-Soldat wird angeklagt, weil er auf einen Militäreinsatz gegen Nicolás Maduro gewettet haben soll. Erlaubnisfähig sind im Bereich der Wetten lediglich Sportwetten und Pferdewetten. Wetten auf sonstige Ereignisse gelten demgegenüber als sogenannte Gesellschaftswetten und sind nach Auffassung der Gemeinsamen Glücksspielbehörde (GGL) der Länder nicht erlaubnisfähig.

Was sind Prediction Markets?

Für US-Behörden ein Fall von Insiderhandel. Und wie wäre der Fall nach deutschem Recht zu bewerten? Ein US-Soldat soll gewusst haben, was der Rest der Welt noch nicht wissen durfte: dass eine Militäroperation der USA gegen den früheren venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro unmittelbar bevorstand. Nach Angaben des Department of Justice (DOJ) soll Gannon Ken Van Dyke auf der Plattform Polymarket, einem sogenannten Prediction Market (deutsch: Prognosemarkt), mehrere Wetten auf Ereignisse im Zusammenhang mit Venezuela und Maduro abgeschlossen haben. Dabei ging es unter anderem um die Frage, ob US-Streitkräfte bis Ende Januar 2026 in Venezuela eingesetzt würden und ob Maduro bis dahin aus dem Amt entfernt werde.

Reaktion von Polymarket

Der Einsatz soll bei rund 33.000 US-Dollar gelegen haben, sein Gewinn bei mehr als 400.000 US-Dollar. Die Informationen, auf denen die Wetten beruhten, soll Van Dyke aufgrund seiner Beteiligung an der Planung und Durchführung der Operation erhalten haben. Die US-Behörden sprechen von "clear insider trading", also offensichtlichem Insiderhandel. Der Fall wirkt auf den ersten Blick kurios. Insiderhandel verbindet man mit Aktien, Übernahmen oder Ad-hoc-Mitteilungen, nicht mit Militäroperationen, Staatschefs und Wettplattformen. Das hat eine wichtige Folge: Wer aus Deutschland an solchen Wetten teilnimmt, bewegt sich nicht in einem regulierten Kapitalmarkt, sondern nach Auffassung der GGL im Bereich des illegalen Glücksspiels.

Land Steuermodell Projektierte jährliche Einnahmen Verwendung der Einnahmen
Deutschland 5,3% auf den Wetteinsatz (Sportwetten) Ca. 400 - 500 Mio. € (nach voller Marktetablierung) Zufluss zu den Landeshaushalten, Suchtprävention
Frankreich Ca. 55% auf Bruttospielertrag (Online-Poker/Sport) Über 500 Mio. € Staatshaushalt, soziale Projekte
Italien 22% auf Bruttospielertrag (Online), 3% auf Einsätze (Sport) Mehrere Milliarden € Staatshaushalt, Sportförderung, Kultur